Das Auto im ländlichen Raum

In weiten Teilen des ländlichen Raums kann auf ein bis zwei Autos pro Familie nicht verzichtet werden. Oftmals liegt der Arbeitsplatz eines berufstätigen Familienmitgliedes weit entfernt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar. Somit ist das Auto ein wichtiger Faktor, um die Existenzgrundlage zu sichern. Ein zweites Auto wird häufig benötigt, damit Ärzte, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten aufgesucht werden können. Außerschulische Aktivitäten der Kinder können nicht immer in unmittelbarer Nähe des Wohnortes ausgeübt werden, und so sind auch die Kinder auf das Auto angewiesen. Das Pflegen sozialer Kontakte wird ohne „fahrbaren Untersatz“ für viele Menschen im ländlichen Raum unmöglich. Freizeitaktivitäten für die ganze Familie gehören zur Lebensqualität und auch hier ist das Auto wichtiges Mittel zum Zweck.

Dies bedeutet für Familien aus dem ländlichen Raum eine enorme finanzielle Belastung, die Bewohnern von Ballungsgebieten erspart bleibt. Wenn die Mittel nur für ein älteres Auto reichen, kommt noch die Tatsache hinzu, dass solche Fahrzeuge reparaturanfällig sind und der Unterhalt weitaus teurer ist, als bei Neuwagen. Hinzu kommen manchmal noch die Kosten für die Umrüstung aufgrund der neuen Bestimmungen bezüglich der Schadstoff-Plaketten.

Auch ältere Menschen sind dazu gezwungen, einen großen Teil ihrer ohnehin knappen Rente für ein Auto aufzuwenden, um ihren Haushalt zu bestreiten oder Ärzte und Therapien zu besuchen, denn viele sind körperlich nicht mehr in der Lage weite Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder lange Reisen zu bewältigen.
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